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Leitplanken für Projekte im Landschaftsraum Rheinfall

Am Rheinfall prallen vielfältige Ansprüche aufeinander. Ein landschaftliches Gesamtkonzept für das BLN-Gebiet berücksichtigt die Schutzziele ebenso wie die weitere touristische Nutzung und stellt sicher, dass Projekte aufeinander abgestimmt werden. Anfang Juli hat der Regierungsrat des Kantons Schaffhausen den Leitfaden Landschaft Rheinfall genehmigt.

Das faszinierende Naturschauspiel des Wassers, die Topographie als Zeugnis jahrtausender alter Erosionsvorgänge und eine Vielzahl an naturnahen Lebensräumen seltener und schützenwerter Tier- und Pflanzenarten prägen den Landschaftsraum rund um den Rheinfall. Eine zunehmend dichte Infrastruktur und mehr und mehr Attraktionen sollen seinen Erlebniswert für die mehr als 1 Mio. Besucher im Jahr zusätzlich steigern. Was fehlte, waren ein Konzept und Kriterien zur Beurteilung der vielen Projektvorschläge, die an den Kanton herangetragen werden.

Beides vereint der jüngst genehmigte Leitfaden Landschaft Rheinfall der Metron. Er definiert die Leitlinien für unterschiedliche Teilräume im grossräumigen Rheinfall-Gebiet, identifiziert charakteristische Elemente und bewertet in einer ausführlichen Tabelle die Empfindlichkeit einzelner Räume und Elemente gegenüber verschiedenen Eingriffen. In einem dreistufigen Verfahren ermöglicht er eine systematische Prüfung unterschiedlicher Projekte nach einem einheitlichen Kriterienraster.

Der Leitfaden kommt auf verschiedenen Ebenen zum Tragen: Er ist Grundlage für die Beurteilung von Projekten und Vorhaben aus landschaftlicher Sicht und dient gleichzeitig der Präzisierung von Entwicklungs- und Schutzzielen. Darüber hinaus wirkt er auf Anpassungen anderer Planungsinstrumente. Damit der Rheinfall im Zentrum bleibt und auch in Zukunft gilt, was Eduard Mörike schon im 19. Jahrhundert überwältigte: «Rastlos donnernde Massen auf donnernde Massen geworfen, Ohr und Auge, wohin retten sie sich im Tumult?»