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«Grünschnabel» – neue Kunst im Brutkasten

Nah am Bahnhof Brugg begrüsst der Brutkasten jeden Morgen die Pendlerinnen und Pendler mit einer Kunstausstellung. Er gehört zum Alltag, wie das Morgengipfeli vom Beck. Doch ab Mai 2019 ist irgendetwas anders...

Vielleicht fragt sich die Eine oder der Andere, was mit dem Brutkasten los ist. Aber bestimmt hat sie oder er keine Zeit um nachzuschauen: Es ist schon spät, der 7.03-Uhr-Zug wartet bereits. Dann ruft es aber aus der Box. Was zum Kuckuck ist das? Eine Uhr? Warum ruft sie denn um 7 Uhr nur zweimal?

Am Abend sieht die Pendlerin oder der Pendler dann, dass es sich um neue Kunst handelt und liest den Titel «Grünschnabel». Der Grünschnabel ist einerseits ein Vogel, der in den Tropen von Südamerika lebt. Andererseits bezeichnet das Wort Grünschnabel einen Neuling oder eine Naiv-Vorlaute. Hat sich der Grünschnabel aus Übersee zufällig in diesem Brutkasten eingenistet? Ob es ihm wohl ist? Neugierige bemerken vielleicht den Spion und übertreten damit, wie der Grünschnabel, eine Grenze: Sie schauen hinein und werden so selbst zum Spion – Nichts geschieht. 16.59 Uhr und 55, 56, 57, 58, 59 Sekunden – Zwölf mal ruft der Kuckuck! Und der grüne Vogel zeigt sich.

«Grünschnabel» ist das Werk der Künstlerin Andrea Gerber. Es ist bis November 2019 ausgestellt.

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