Zwischen Wabern, Köniz, Liebefeld und den Stadtberner Quartieren Mattenhof und Sandrain liegt eine der letzten grossen Bauzonenreserven im Kanton Bern: das Morillon. Es zählt zu den im Agglomerationsprogramm der 4. Generation (AP4) definierten Fokusräumen, in denen in den kommenden Jahren starke Entwicklungen von Siedlung und Verkehr zu erwarten sind, die es rechtzeitig aufeinander abzustimmen gilt. In einer Studie hat das Planungsteam zum einen Entwicklungsziele und neue Themen aus dem AP4 für das Morillon koordiniert, zum anderen die Schnittstellen zwischen verschiedenen laufenden und geplanten Siedlungs- und Infrastrukturprojekten überprüft.
In der komplexen Aufgabe übernahm Van de Wetering, Atelier für Städtebau die Federführung und bearbeitete schwerpunktmässig den Bereich Siedlung; Metron zeichnete für die Bereiche Verkehr und Freiraum/Landschaft verantwortlich. Interface moderierten die umfangreichen Workshops, in denen die involvierten Stellen der Gemeinden, der Region und des Kantons ein gemeinsames Zielbild erarbeiteten.
Teil Verkehr: Die Studie zeigt: Während Infrastrukturen für den motorisiertem Individualverkehr nicht weiter ausgebaut werden können, bietet der öffentliche Verkehr noch Reserven, insbesondere im Bereich S-Bahn. Es gilt also, Wege auf eine gute Erreichbarkeit der vorhandenen S-Bahn-Stationen auszulegen und autoarmes Wohnen zu fördern. Dazu gehört, übergeordnete Veloverbindungen zu stärken.
Teil Landschaft: Als grosser, zentraler Grünraum hat die Morillon-Matte das Potenzial, dem ganzen Gebiet zu dienen: zur Naherholung, als Kaltluftentstehungsfläche und ökologisches Kerngebiet. Gleichzeitig gliedert sie die Siedlungsfläche. Die Studie zeigt ausserdem Synergien zwischen der verkehrlichen Erschliessung und der ökologischen Vernetzung des Raums auf.
Mit der Studie Fokusraum Morillon haben die verantwortlichen Stellen ein auf höchster Ebene abgestimmtes Zielbild für Siedlungsraum und Erschliessung in der Hand. Eine Roadmap, die die nötigen Massnahmen mit Zuständigkeiten und Abhängigkeiten aufzeigt, macht klar, wer wann was zu tun hat. Damit ist die Grundlage für die Aktualisierung der bestehenden Planungsinstrumente geschaffen, die die Entwicklungsziele verbindlich festsetzen.
Alle Informationen zum Fokusraum Bern/Köniz Morillon finden sich auf der Website der Regionalkonferenz Bern-Mittelland.